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  • Autorenbildmarinajaciuk

Weil jeder Beginn schwierig ist … Am Anfang war die Stimmung!

„Sie haben eine gute Stimmung!“ - sagte ich auf einer Tagung in der Schweiz zum damaligen Präsidenten des Monumenta Germaniae Historica in der Kaffeepause. Der nette Mann schaute mich total verwirrt an und lächelnd antwortete er „Ja, Sie haben Recht!“. Ich denke, ihn begleitete einige Jahre lang diese skurrile Geschichte von der unbekannten jungen Frau mit Akzent, die bei einer Tagung seine Stimmung ohne sichtbaren Grund lobte. Schön für ihn, wenn es so war: er wurde um eine komische Anekdote reicher. Aber für mich fühlte sich diese Situation wie die Hölle an: schon beim Aussprechen dieses Satzes wollte ich im Boden versinken, da ich das gar nicht sagen wollte sondern nur, dass man ihn in diesem großen Kongresssaal sehr gut hören konnte… Also Stimme statt Stimmung. Auch irgendwie bescheuert, aber für mehr reichte meine Sprachkompetenz leider nicht aus. Ich konnte auf Deutsch nicht „akademisch“ klingen. Ich verblieb dann in der ganzen Kaffeepause alleine und beobachtete alles nur ohne dabei mit jemandem nur ein Wort gewechselt zu haben. Ich hatte Angst, wieder einen Fehler zu machen. Ich wollte nichts mehr sagen. Ich kannte da außerdem niemanden.

Ganz am Anfang (das bedeutet nicht, dass es heute keine Herausforderungen mehr gäbe), direkt nach der Migration, war es schwierig, mich akademisch „wieder zu finden“: neue Arbeitssprache, neues Fach, neue akademische Strukturen, kein „großes“ Netzwerk. Ein weites Feld akademischer Möglichkeiten stand vor mir, jedoch voll versteckter Minen und Stolpersteine. Meine Anfänge hier waren von Faux-Pas, Missverständnissen, Fehlern und Unsicherheiten begleitet… und bei euch? Wie sahen/sehen eure „Anfänge“ in der deutschen akademischen Welt aus? Welche Situationen habt ihr erlebt?


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